Hobbysammler plant Kameramuseum

Andreas Lorenz will seine Objekte dauerhaft in der alten Schule ausstellen/Ehefrau Ina Kluge-Lorenz fertigt dekorative Patchworkarbeiten

Sechs Jahre hatten sie ihr im Unteren Dorf erworbenes Haus als Feriendomizil genutzt, seit April sind sie Beidenflether Bürger. Der 52-jährige Andreas Lorenz und seine 49 Jahre alte Ehefrau Ina Kluge-Lorenz haben auch unweit ihres Hauses in der alten Schule Räume angemietet, in denen sie ihre Hobbys ausleben können. Die Leidenschaft von Andreas Lorenz sind Kameras, Ehefrau Ina fertigt Patchworkarbeiten, vornehmlich dekorative Hundedecken, aber auch Kissen, Taschen, Tagesdecken und Engel, Topflappen und Türstopper sowie vielfältige Accessoires.

Der hauptberuflich als Vollstreckungsbeamter des Hauptzollamtes Hamburg tätige Andreas Lorenz ist dabei, das "Kamu Beidenfleth" aufzubauen. Dahinter verbirgt sich ein Kameramuseum, in dem er Kameras von früher bis heute ausstellen will. "Ich kann hier 500 Kameras zeigen", stellte Andreas Lorenz seine einbruchssicher hergerichteten Räume in der alten Schule vor.

"Ich selbst fotografiere überhaupt nicht", gesteht der 52-Jährige. Seine Leidenschaft für die Kamerasammlung hat sich von selbst entwickelt. Die erste Kamera, eine Agfa-Balgenkamera aus den 50er Jahren, kaufte er auf einem Flohmarkt. "Allein sah sie im Schrank nicht gut aus; deshalb habe ich zwei weitere Kameras gekauft", schilderte er die ersten Schritte für seine Sammlung. Freunde hätten ihm dann weitere gebracht. Nach zehn Kameras sei bei ihm der Ehrgeiz geweckt worden. Die Sammlung wuchs auf 150, dann 500 und jetzt sind es 1500 Kameras. Ein Drittel stellt er demnächst aus, die restlichen 1000 bleiben noch in Kartons. "Die Kameras sind fast alle intakt. Es ist kein Schrott." Sein Prunkstück ist das älteste Stück seiner Sammlung, eine englische Mahagoni-Kamera aus dem Jahr 1872, mit der noch auf Glasplatten fotografiert wurde. Auch Filmkameras sowohl für den professionellen Gebrauch als auch für den Amateur gehören zu seiner Sammlung, die er fein säuberlich in Glasvitrinen und auf dekorativen Regalen zur Schau stellt. Große und kleine Fotoapparate der verschiedensten Hersteller, die superkleine Minox oder eine russische "Kiev", eine Filmkamera von Siemens, eine der ersten 180-Grad-Kameras sowie Kameras aus DDR-Produktionen hat er in der Sammlung.

Dass jetzt daraus ein Museum wird, darüber freut sich auch Ehefrau Ina Kluge-Lorenz, die unter demselben Dach ihre Nähstube eingerichtet hat. Hauptberuflich in Hamburg als Erzieherin tätig, findet sie in diesem Hobby Ausgleich und Entspannung. "Andere gehen joggen, ich verschwinde stattdessen in meiner Nähstube, manchmal sogar für drei bis vier Stunden." Heraus kommen farbenprächtige Handarbeiten, die sie auch auf Kunsthandwerkermärkten ausstellt und verkauft.

"Meine Arbeiten haben immer etwas mit Tieren zu tun", erzählt die 49-Jährige über ihr Label "Crasy quilt". Die Schreibweise mit "s" ist bewusst gewählt, um Probleme im Markenrecht zu vermeiden. Die "verrückten Decken" werden entweder auf Baumwollstoff mit einer Vlies-Rückseite oder als Muster auf eine Steppdecke genäht, während für die Rückseite ein Webpelz verarbeitet wird. Derartige Hundedecken fürs Körbchen oder Sofa gibt es schon ab 50 Euro, für Luxusdecken müssen auch schon mal bis zu 130 Euro auf den Tisch gelegt werden. Ihr Handarbeitsraum ist für Hobby-Näherinnen jederzeit offen, wenn sie dort arbeitet. Sie zeigt die Grundstiche im Nähen oder gibt Anleitungen zum Selbernähen von Hundedecken. Im nächsten Frühjahr plant Ina Kluge- Lorenz darüber hinaus eigene Nähkurse, wenn dafür Bedarf sein sollte. Dann will auch Ehemann Andreas mit seinem "Kamu" fertig sein.